Kizomba und Tango Argentino

Kizomba und Tango Argentino.

Manchmal braucht es keine schnellen Sprünge, sondern einfache Verbindung und das Gespür für den Moment. In letzter Zeit habe ich mich mit zwei Tänzen auseinandergesetzt, die von tiefer Verbundenheit leben, sich auf dem Parkett aber völlig unterschiedlich anfühlen: der erdige, fließende Kizomba und der melancholisch-präzise Tango Argentino.

Hier ist wieder ein kleiner Einblick in meine Schrittzeichnungen und die zwei faszinierenden Welten, die sich dahinter verbergen.

Kizomba

Kizomba ist Entschleunigung. Wenn man sich die Schrittfolge ansieht, wirkt sie auf den ersten Blick schlicht, fast wie ein ruhiges Wiegen an Ort und Stelle. Doch der Zauber liegt im Detail und im Bodenkontakt.

Hier wird nicht über das Parkett gefegt. Man bleibt tief, geerdet und bewegt sich synchron zum Beat. Es geht um sanfte Gewichtsverlagerungen, fließende Hüftbewegungen und ein Vertrauen zwischen Führendem und Folgendem. Die afrikanischen Rhythmen ziehen einen in ihren Bann. Die Kunst besteht darin, die Schritte so weich wie möglich zu setzen, dass die Bewegung ineinander übergeht. Kein künstliches Posieren, sondern einfach nur Musik, die direkt in den Körper wandert.

Kizomba Tanzschritte
Kizomba

Tango Argentino

Auf der anderen Seite steht der Tango Argentino: intensiv, komplex und voller Geschichten. Während viele beim Tango an starre Haltungen und ruckartige Kopfbewegungen denken, ist der argentinische Tango ein ständiges, improvisiertes Gespräch der Füße.

Die Schrittzeichnung gleicht einem Labyrinth aus Vorwärts-, Rückwärts- und Seitschritten, Achsenwechseln und Drehungen (den Ochos). Es geht um Zugkräfte im Oberkörper, um Millimeterarbeit und um das Spiel zwischen Spannung und Loslassen. Die melancholischen Klänge des Bandoneons verlangen volle Konzentration. Schritte müssen bewusst gesetzt werden, während man gleichzeitig Raum für spontane Verzierungen lässt. Ein Tanz wie ein Schachspiel mit Herzblut.

Tango Argentino Tanzschritte
Tango Argentino

Fazit

Der Kontrast zwischen dem warmen, rhythmischen Fluss des Kizomba und der melancholischen Raffinesse des Tango Argentino zeigt wieder einmal, wie facettenreich Paartanz sein kann. Mal sanftes Dahingleiten zur Bassline, mal intensive Spannung im Bandoneon-Takt. Beides fordert den Kopf auf ganz unterschiedliche Weise. Noch fühlen sich die komplexen Drehungen beim Tango etwas verknotet an und beim Kizomba suche ich noch nach der perfekten Leichtigkeit in der Hüfte, aber die Richtung stimmt.

Welcher Tanz würde euch mehr reizen? Team Flow oder Team Melancholie?

Hier gibt es noch weitere Tanzschritte zum tanzen lernen:

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Jan Hirscher

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